Die grössten Etappen sind bald geschafft
Die Sanierung des Klosters Maria der Engel Appenzell schreiten zur Zufriedenheit aller voran
Vergangenen Samstag lud die Stiftung Kloster Maria der Engel Appenzell seine Gönner zu einer Baustellenbesichtigung im Kloster ein. Mit informativen Einblicken hinter die Kulissen, eindrücklichen Zahlen und berührenden Geschichten wurde der Stand der Sanierungsarbeiten und der Mittelbeschaffung sowie das aktuelle Leben im ehemaligen Kapuzinerinnenkloster erläutert. Der einfache Zmittag mit einer währschaften Klostersuppe verdeutlichte zentrale Werte der Stiftung: In Einfachheit leben und Gemeinschaft ins Kloster bringen.
Nach mehreren Jahren der intensiven Planung konnte Anfang 2025 mit der Sanierung des ehemaligen Frauenklosters Maria der Engel in Appenzell begonnen werden. Seither schritten die Arbeiten stetig und zügig voran, sodass 15 Monate später mehrere Etappen demnächst abgeschlossen werden können. Der Stiftungsrat und der Ausschuss Mittelbeschaffung nahmen dies zum Anlass, einen Einblick in die Sanierung zu geben. So trafen sich am Samstag Frauen und Männer aus dem Stiftungsbeirat, den Kirchgemeinden, dem Bistum, dem Kanton und den Bezirken sowie von Stiftungen zur Baustellenbesichtigung.
Mit grossem Gefährt
Dass die Sanierung nicht nur einige Pinselstriche bedeutet, zeigte Stiftungsratspräsident Christian Fritsche anhand eines Fotos vom Oktober 2025, als mit einem grossen Pneukran der neue Lift eingesetzt wurde. Dieser dient einerseits dem inneren Betrieb, insbesondere dem Transport der Wäsche, andererseits ist er eine Voraussetzung im Sinne des Behindertengleichstellungsgesetzes, damit das Kloster weiterhin Gäste beherbergen kann. Mit dem Lifteinbau waren aber auch heikle Fragen der Denkmalpflege verknüpft, die ihrerseits den authentischen Erhalt der Gebäude möchte. In den kontroversen Diskussionen zwischen den unterschiedlichen Interessen von Denkmalpflege, Feuerschutz, Behindertengleichstellung und Betriebswirtschaft waren immer wieder Kompromisse gefragt, welche die Arbeiten nicht einfacher, aber das Resultat nachhaltig und für alle erfreulich machten.
Alte Dielen und neue Haltopex-Böden
Auf dem Rundgang wurden diese Resultate sichtbar. Hier und dort konnten alte Dielenböden wieder freigelegt werden und auch die alten Fenster wurden fachmännisch und mit historischem Flachglas ersetzt. Im Obergeschoss wurde anstelle des Novilonbelags aus den 1960er Jahren aber ein moderner und feuerfester Haltopex-Boden eingesetzt. Hier war dem Brandschutz Vorrang zu geben. Sehr zurückhaltend war man mit Veränderungen der Raumeinteilung. Neben dem erwähnten Lifteinbau wird bis Ende Jahr ein Klostercafé eingerichtet. Bereits in Betrieb ist der erweiterte und erneuerte Klosterladen. Ansonsten bleiben sämtliche Räume im Konventgebäude bestehen. Die grösste Veränderung betrifft das angrenzende «Alte Mädchenschulhaus». In diesen Räumen, die mehrheitlich seit rund 70 Jahren leer stehen, wurden vier attraktive Wohnungen realisiert. Sie werden ab September vermietet, könnten künftig aber auch von einer allfälligen Klostergemeinschaft oder vom klösterlichen Gästehaus genutzt werden.
Die Freiwilligen mittendrin
Mit Ausnahme einer verlängerten Winterpause wurde die Sanierung im laufenden Betrieb durchgeführt. Damit war auch die Freiwilligengemeinschaft des Klosters in die Arbeiten involviert. Einerseits galt es, das Mobiliar in unbenutzte Räume zu zügeln und so der Sanierung Platz zu machen. Andererseits mussten die Räume zuletzt wieder geputzt und eingerichtet werden – dazu gehörten auch die rund 300 neuen Fenster. Mit viel Liebe zum Detail wurden aus alten Leintüchern Vorhänge für die Herberge genäht. Ein Beispiel für die Nachhaltigkeit und den Freiwilligeneinsatz, wie sie im Kloster Maria der Engel gelebt werden. Dieses Leben und Wirken der Freiwilligen ist ein grosses Geschenk, wofür die Stiftung enorm dankbar ist. Und es ist ein wesentlicher Faktor, dass die bisherige Mittelbeschaffung so erfolgreich war. So konnten bislang 87 Prozent der budgetierten 8,1 Millionen Franken gesichert werden. Mit einer zweiten grossen Gesuchswelle hoffen die Verantwortlichen, die Mittelbeschaffung abschliessen zu können. Man ist aber weiterhin auf grosszügige Donatoren angewiesen und dankbar für jeden Beitrag.